13.11.2015

Das „trockene Auge“ ein Handicap im Schießsport

Über Ursachen und Behandlung der Symptome mit liposomalem Augenspray

Trockene Augen zählen zu den häufigsten Augenauffälligkeiten. Das “trockene Auge” macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar, u.a.: Fremdkörper- und Trockenheitsgefühl (“Sandkorngefühl” im Auge), Rötung der Augen, Brennen, Jucken, Kratzen, tränendes Auge, Druckgefühl am Auge, schnelle Ermüdung des Auges, Lichtempfindlichkeit, am Morgen verklebte Augen, geschwollene und/oder entzündete Lidränder.

Für den Sportschützen sind die Symptome mitunter sehr störend, da die Sehleistung und somit die Konzentration stark beeinträchtigt werden kann.

 

Ursachen des „trockenen Auges“:

  • Bildschirmarbeit (sog. “Office Eye Syndrom”)
  • Umweltbelastungen
  • niedrige Luftfeuchtigkeit (z.B. durch Klimaanlagen in Büro, Auto, Flugzeug)
  • Hormonelle Umstellungen oder Hormonmangel (z.B. in den Wechseljahren)
  • Lidrandentzündungen
  • Allgemeinerkrankungen
  • Einnahme von Medikamenten

(z.B. Psychopharmaka, Schlafmittel, Betablocker, Hormone, Antiallergika)

Neben den typischen Ursachen spielt bei „trockenen Augen“ unser Sehverhalten eine entscheidende Rolle. So vermindert sich beispielsweise die Lidschlagfrequenz bei intensiver Computerarbeit erheblich. Zudem wird der Lidschlag unvollständig ausgeführt, so dass ein vollständiger Lidschluss und damit eine vollständige Benetzung nur selten zu beobachten ist.

 

Was versteht man unter dem “trockenen Auge”

Unter dem sog. “trockenen Auge” ist nach anerkanntem Schrifttum eine krankhafte Veränderung des Tränenfilms zu verstehen. Um die Erkrankung und deren Hintergründe besser verstehen zu können, ist es erforderlich, den Aufbau des Tränenfilms und die Aufgaben seiner verschiedenen Bestandteile zu kennen.

Der Tränenfilm erfüllt viele verschiedene Aufgaben, so z.B.:

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  • Befeuchtung des Auges
  • Versorgung der Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen
  • Schutz des Auges vor Infektionen durch Inhaltsstoffe zur Keimabwehr
  • Ausschwemmen von Fremdkörpern, wie z.B. Staub

Der vordere Augapfel wird durch die Augenlider permanent mit Tränenflüssigkeit befeuchtet. Diese dünne Tränenflüssigkeitsschicht wird als Tränenfilm bezeichnet und hat folgende Aufgaben:

  •  Befeuchtung, damit das Auge nicht austrocknet und die Hornhaut transparent bleibt
  • Abtransport von Fremdstoffen
  • Immunabwehr

 Der Tränenfilm gliedert sich in drei Schichten:

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  •  Die innerste Schicht ist die Muzinschicht. Die Oberfläche des vorderen Augenabschnitts wäre eigentlich wasserabweisend. Damit der wässrige Anteil des Tränenfilms überhaupt am Auge haftet, bedarf es der Muzinschicht. Sie bildet sozusagen das Bindeglied zwischen wasserabweisender Oberfläche und Tränenfilm. Außerdem hat sie antibakterielle Eigenschaften.
  • Der mittlere Teil des Tränenfilms besteht aus der wässrigen Schicht und den darin gelösten Stoffen, die vorwiegend der Immunabwehr dienen.
  • Die äußerste Schicht bildet die Lipidschicht. Dabei handelt es sich um eine Art Fettfilm, welcher auf der wässrigen Schicht schwimmt und somit die Oberfläche des Tränenfilms bildet. Die Lipidschicht verhindert das schnelle Verdunsten von Tränenflüssigkeit.

Laut einer Studie von Heiligenhaus et al. (1995) sind die Ursachen „trockener Augen“, dass der Tränenfilm nicht gut haftet, dass tatsächlich zu wenig Flüssigkeit produziert wird oder dass die vorhandene Flüssigkeit zu schnell verdunstet.

 

Wie lassen sich die Symptome eines „trockenen Auges“ behandeln?

augeDie beste Grundvoraussetzung für den so wichtigen gesunden Tränenfilm ist ein gesunder Körper. Ausgewogene Ernährung, ideale Umweltbedingungen und abwechslungsreiche visuelle Anforderungen tragen maßgeblich zu einer Stabilisierung dieser komplex zusammengesetzten Flüssigkeit bei. In der Praxis lassen sich diese Bedingungen jedoch nicht immer erfüllen. Die Einnahme mancher Medikamente, das Fehlen mancher Inhaltsstoffe in der Nahrung, Störungen im Hormonhaushalt, einseitige visuelle Tätigkeiten (z. B. lange Computerarbeit, längeres „Anvisieren“ oder Wind auf dem Schießstand) können das Auftreten „trockener Augen“ begünstigen. In solchen Fällen ist es daher oft sinnvoll, „von außen“ mitzuhelfen. Dies ist mit verschiedenen Tropfen, Salben, Gels und Sprays möglich ist. Das Wissen, dass die Ursache von trockenen Augen in 78 Prozent der Fälle in einer inhomogenen, instabilen Lipidschicht liegt, spricht für liposomale Augensprays.

 

Die auf die geschlossenen Lider aufzusprühenden Mittel vereinen mehrere Vorteile in sich:

  • Sie wirken sehr rasch und führen zu einer homogenen Lipidschicht am Auge.
  • Sie verändern die tatsächliche Menge von Tränenfilm am Auge nicht, was zu neuerlicher rascher Verdunstung führen würde.
  • Sie sind äußerst einfach in der Anwendung.
  • Sie sorgen für Stabilisierung und Aufbau eines funktionsfähigen Tränenfilms.
  • Sie verbessern im geringen Ausmaß sogar die Sehleistung (Dausch et al., 2006)

 

lipid_behandlung

 

 

 

 

 

 

 

 

Oft stellt sich sofort die Frage: „Was soll das bringen, wenn das Mittel auf die geschlossenen Lider gesprüht wird?“

Die Antwort ist ganz einfach: An den Lidrändern befinden sich die Meibom’schen Drüsen, die jene Lipide produzieren, welche die Lipidschicht auf dem Tränenfilm bilden und so eine zu schnelle Verdunstung des Tränenfilms verhindern.

Durch das regelmäßige äußerliche Aufbringen von hochwertigen Lipiden an den Lidrändern mittels Spray kann der Tränenfilm nachhaltig stabilisiert werden.

In dieser einfachen Verabreichung liegt gerade für Sportschützen der große Vorteil.

Mit jedem weiteren Lidschlag werden die Liposomen über die Lider am Auge verteilt. Dabei wird der Tränenfilm geglättet und stabilisiert.

Ein mehrminütiges Schleiersehen, wie es beispielsweise bei gelförmigen Nachbenetzungsmitteln auftritt, ist hier nicht der Fall.

Beim Einsatz von liposomalen Augensprays ist das Sehen sofort klar und ermöglicht daher auch eine Anwendung kurz vor einer Schussserie.

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Zusammenfassung:

Das Symptom des „trockenen Auges“ hat in den häufigsten Fällen ein zu schnelles Verdunsten des Tränenfilms als Ursache. Der Einsatz von herkömmlichen wässrigen Nachbenetzungsmitteln führt zwar zu einer spontanen Linderung, kann aber den Tränenfilm nicht nachhaltig stabilisieren. Moderne liposomale Augensprays zeigen in klinischen Studien signifikante Verbesserungen in der Tränenfilmstabilität, sind leicht anzuwenden und beeinträchtigen die Sehschärfe nicht.

Genau deshalb eignen sich diese Produkte sehr gut für das routinemäßige Vorbereitungsprogramm vor dem Training oder vor einem Wettkampf.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Fachbericht von

Sportschütze und Augenarzt Univ. Prof. Dr. Peter Heilig,  "Die Schießbrille, Prof. Heilig".

 

 

 

 

 

 

 

 

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